Angedacht

Liebe Gemeinde,

wo kommen Sie eigentlich mit Karfreitag und Ostern „in Berührung“?

Wohl am ehesten in einem Gottesdienst, einer Andacht oder vielleicht einem Bibelwort. Im Alltag bekommen wir oftmals recht wenig von diesen für uns so bedeutsamen Tagen mit. Doch sind sie für uns ganz wichtige Säule in unserem Glaubensleben: der Blick auf Leidensweg Jesu, der uns an so viele Leiden auch in unserer Zeit erinnert.

Die Erinnerung an die Hoffnungen und Enttäuschung der Jünger und auch all derer, die sich nach Frieden, Gerechtigkeit und einem gelingenden Miteinander gesehnt hatten. Und dann der zarte Aufbruch des Todes ins neue Leben, das Tasten der Frauen und Jünger, wie sie nun das Unbegreifliche in ihre Zukunft mit hineinnehmen könnten. Bis heute sind wir Suchende und Fragende, wenn wir mit Abschied und Leid zu tun haben. Wenn wir uns manches Mal hilflos fühlen, nach Erklärungen suchen oder uns nach dem Vergangenen sehnen. Wir hoffen auf Frieden und Geborgenheit bei Gott, und nicht selten kommen Gedanken des Zweifels oder der Unsicherheit.

Als Jesus begann, sich vor seinem Tod von den Jüngern zu verabschieden, sagte er: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ Für mich ein tröstliches Wort, und eines, das daran erinnert, welchen Weg Jesus für uns alle gegangen ist.

Der Weg auf dem Titelbild bringt etliches davon zum Ausdruck. Noch zu Beginn das strahlende Gelb, quasi das ‚blühende Leben‘. Nach einigen Stufen bergauf wird es schon dunkler, und bald verengt sich der Pfad, verschwindet hinter einer Biegung im Schatten. Ein Symbol für so manches, was uns auf unserem Lebens-Weg begegnet.

Was kann uns zuversichtlich machen, liebe Gemeinde, diesen Weg zu beschreiten? Ist es Neugierde, wie es wohl weitergehen mag? Ist es die Zuversicht, dass es dennoch weitergehen wird? Ist es die Hoffnung, dass nach dem Dunkel wieder das Licht kommt? Oder ist es gar die feste Überzeugung: alle meine Schritte sind begleitet von dem, der mich ins Leben gerufen hat?

Es ist gut, sich in der Passion und an Ostern an den zu halten, der für uns Christen der Weg zu Gott ist und bleiben wird: Jesus Christus, der als Mensch wie wir gelebt hat, gestorben ist und durch Gott den Tod überwunden hat. Auch wenn wir manches (noch) nicht verstehen, auch wenn Fragen offen bleiben oder Unsicherheiten da sind:

Mit Jesus als Weg und Wegbegleiter können wir getrost die nächsten Schritte wagen.  Gottes Segen auf all Ihren Wegen wünscht Ihnen

Ihr Pfr. Dr. Diethard Buchstädt