Reformationsgottesdienst

Reformationsgottesdienst

 Der Begriff „Protestant“ kommt von „protestieren“ und das wiederum bedeutet zweierlei: zum einen „Einspruch erheben“ gegen irgendeine Sache oder einen Sachverhalt und zum anderen (positiv gewendet) „für etwas Zeugnis ablegen“, also sich zu etwas bekennen, was man als richtig erkannt hat.

Beide Bedeutungen spielten offensichtlich im Laufe der Geschichte unserer Glaubensüberzeugung eine große Rolle. Als Luther 1517 die 95 Thesen veröffentlichte, wollte der den Machtapparat der damaligen Kirche in Frage stellen, er wollte einfach nicht, dass man Theologie und eigene Vorteile und Interessen miteinander vermischt oder eins mit dem anderen begründet.

Schließlich war es ihm ein Greuel, dass man den Gott, den Jesus zärtlich mit „Papa“ angesprochen hat, nur als einen zornigen Rächer sehen sollte, der kleinkariert alles aufrechnet. Es ging ihm im Wesentlichen darum, dass wir als Christen alle zusammen wieder den gnädigen, den gütigen, den erbarmenden Gott sehen sollten.

Nicht Angst und Frucht also sollten das Leben eines Christenmenschen bestimmen, sondern das Vertrauen in einen Gott, der jedem Einzelnen Mut machen will, als freie, selbstbewusste Menschen zu leben unter einem offenen Himmel.

Herzliche Einladung zu den Reformationsgottesdiensten im Jubiläumsjahr:

1) Christusfest in Altötting: Ökumenischer Gottesdienst in der Siftspfarrkirche Altötting

Kardinal Reinhard Marx, und Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, haben am 16. September 2016 in München das Gemeinsame Wort zum Jahr 2017 „Erinnerung heilen – Jesus Christus bezeugen“ vorgestellt. Kardinal Marx hob hervor, dass das ökumenische Bestreben, 2017 als Christusfest zu feiern, ganz der Person Martin Luthers entspreche: „Wir können heute auch als Katholiken unumwunden sagen, dass er eigentlich keine neue Kirche gründen wollte. Er wollte den Blick auf den gnädigen und barmherzigen Gott lenken und den Menschen seiner Zeit Mut machen, ihr Leben ohne Angst in diesem Gott festzumachen“.

 „Wir können mit den bleibenden Unterschieden besser umgehen als frühere Generationen, das ist in meinen Augen der Lerngewinn des gemeinsamen Zugehens auf das Jubiläum“, sagte Landesbischof Bedford-Strohm.

„Wir müssen ehrlich eingestehen, dass lange gehegte Vorurteile bis heute wirksam sind und sich als Hindernis auf dem Weg zur vollen sichtbaren Einheit der Kirche erweisen können“, so Kardinal Marx. In Geiste dieser gemeinsam erstellten Absichtserklärungen wollen wir auf eine ökumenische Weise ein Christusfest feiern:

31. Oktober 2017 um 19.00 Uhr in der Stiftskirche Philippus und Jakobus

 

2) Ökumenischer Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Nikolaus in Garching/Alz am 31. Otober 2017 um 19 Uhr